Ein selbstbestimmter Bildungsweg gegen Arbeitslosigkeit

Die Initiative Young Africa ermöglicht eine Ausbildung für Menschen mit Behinderungen und stattet sie mit nützlichen Fähigkeiten für den Arbeitsmarkt aus.
Sieben junge Menschen mit Behinderungen aus Mosambik stehen nebeneinander und lächeln in die Kamera. Sie alle tragen einen türkisen Overall und halten einen gelben Besen in der Hand.

Menschen für den Arbeitsmarkt fit zu machen ist nicht erst seit der Corona-Pandemie und dem daraus resultierenden Anstieg der Arbeitslosigkeit eine Priorität für die Entwicklungszusammenarbeit.

Für junge Menschen mit Behinderungen ist eine gezielte Förderung ihrer Fähigkeiten besonders wichtig, denn weltweit sind 64% von ihnen arbeitslos im Vergleich zu 40% ihrer Altersgenossen ohne Behinderungen. 

Oft wird der Bildungsweg von Jugendlichen mit Behinderungen über ihren Kopf hinweg entschieden. Ihre Ausbildung stimmt weder mit ihren Interessen überein, noch mit den vom Arbeitsmarkt verlangten Fähigkeiten. Dadurch sind sie als Erwachsene häufiger arbeitslos.

Ausbildung für Menschen mit Behinderungen


Menschen mit Behinderungen können bei Young Africa eine Ausbildung antreten, um dadurch in der Arbeitswelt Fuß zu fassen. (c) Light for the World

Die von Light for the World unterstütze Initiative Young Africa hat sich diesem Problem angenommen und bietet Berufsausbildungen für junge Menschen mit Behinderungen an. Die Trainings sind auf ihre Interessen und die Bedürfnisse des Arbeitsmarktes ausgerichtet und decken neben praktischen Inhalten auch grundlegendes Wissen zur Selbstständigkeit ab. Auch jene 70% die außerhalb von Ballungszentren leben und somit schwer Zugang zu Ausbildung haben, können bei Young Africa einen Kurs antreten. 

Vom Schüler zum Trainer


Joaquim ist der beste Absolvent seiner Klasse und arbeitet heute als Trainer und selbstständiger Schweißer in Mosambik. (c) Light for the World

Joaquim Jose Chicava aus Beira in Mosambik wollte eigentlich Wirtschaft studieren, bevor er sein Gehör durch eine langwierige Malariaerkrankung im Alter von 10 Jahren verlor. Zuerst versuchte er dem Unterricht durch Lippenlesen zu folgen. Doch dann schicket ihn seine Mutter an eine inklusive Schule, wo er Gebärdensprache lernte. 

Das Geld reichte nicht aus, um Joaquim den Abschluss zu ermöglichen und so musste er eine Möglichkeit finden, für sich selbst zu sorgen. Von Bekannten erfuhr er von der Unterstützung durch Young Africa und schrieb sich dort für die Ausbildung zum Schweißer ein.  

Als damaliger Klassenbester ist er auch fünf Jahre später noch Teil des Teams von Young Africa. Schon während seiner Ausbildung wurde er von seinen TrainerInnen zu Arbeitsaufträgen außerhalb mitgenommen und schweißte Tore, Möbel und andere Strukturen. Heute ist er derjenige, der StudentInnen ausbildet und sie auf Jobs mitnimmt. 

„Ich möchte mich als Schweißer selbständig machen, um Arbeit für Menschen mit Behinderungen zu schaffen“, erzählt der 34-Jährige. Obwohl die wirtschaftliche Situation in Mosambik nicht einfach ist und die Preise steigen, möchte er seinen Traum verwirklichen, für seine Familie und für andere Menschen mit Behinderungen.