Inklusion muss bei den nachhaltigen Entwicklungszielen mitgedacht werden

Noch eine Dekade, um die 17 Ziele für nachhaltige Entwicklung der UN zu erreichen. Wir haben scheinbar noch genug Zeit, doch einige Mitgliedsstaaten liegen mit der Umsetzung ihrer Entwicklungsstrategien zurück. Im Rahmen des Forums für nachhaltige Entwicklung stellen sie ihre Evaluierungsberichte vor.
Inklusion muss bei den nachhaltigen Entwicklungszielen mitgedacht werden (c) Ulrich Eigner

2017 war ein Wendepunkt für die Mitgliedstaaten der UN. Zum ersten Mal erkannten sie an, dass Armut, Umweltzerstörung, Ungleichheit und viele weitere Probleme keine regionalen Herausforderungen mehr sind. Aus dieser Erkenntnis entstanden die 17 nachhaltigen Entwicklungsziele (SDG’s) unter dem Motto „leave no one behind“. Bis 2030 sollen diese Ziele im Sinne einer besseren Zukunft für uns alle erreicht sein. 

Wo Österreich bei der Umsetzung der nachhaltigen Ziele steht, hat die Bundesregierung in einem erstmaligen Bericht zusammengefasst, der im Rahmen des Hochrangigen Politischen Forums für nachhaltige Entwicklung im Juli vorgestellt wird. 

Österreich im Rückstand bei der Umsetzung der SDG’s

15 % der Weltbevölkerung sind Menschen mit Behinderungen. 80 % von ihnen leben in einkommensschwachen Ländern. Um sie mit Hilfe zu erreichen, müssen Investitionen in die Entwicklungszusammenarbeit aufgestockt werden. Doch Österreichs Bemühungen sind rückläufig. Wo 2008 noch 0,43% des Bruttonationaleinkommens aufgewendet wurden, waren es 2019 nur mehr 0,27%.

Nicht über uns, sondern mit uns! 

„Leave no one behind“ heißt auch, Menschen mit Behinderungen nicht zurückzulassen. Ohne die Berücksichtigung dieser Menschen in allen Umsetzungsmaßnahmen können die 17 Entwicklungsziele nicht erreicht werden. Dabei geht es nicht nur um Inklusion, sondern um die Einbindung in politische Entscheidungsprozesse.  

„Mehr als eine Milliarde Menschen mit Behinderungen und ihre Vertretungsorganisationen haben ein Recht darauf, dass sie auf allen Ebenen der nachhaltigen Entwicklung durchgängig berücksichtigt und aktiv eingebunden werden. Österreich kann hier eine Vorreiterrolle leisten“, so Rupert Roniger, internationaler Geschäftsführer von Light for the World.

Das Hochrangige Politische Forum für Nachhaltige Entwicklung (HLPF)

Das Hochrangige Politische Forum für nachhaltige Entwicklung der UN wurde gegründet, um die Länder bei der Umsetzung ihrer Entwicklungsstrategien zu beobachten. In diesem Jahr findet es von 7. bis 16. Juli virtuell statt. Die Länder stellen nicht nur ihre Evaluierungsberichte vor, sondern beraten auch über die Herausforderungen der kommenden zehn Jahre im Angesicht der Coronakrise. 

Um die nachhaltigen Entwicklungsziele rechtzeitig zu erreichen, müssen wir jetzt mit der Umsetzung der Maßnahmen beginnen, um einer positiven Zukunft entgegenblicken zu können.