Internationale Auszeichnung für Wolfgang Gindorfer

Seit mittlerweile 35 Jahren setzt Wolfgang Gindorfer sich dafür ein, die Welt von vermeidbarer Blindheit und Sehbehinderung zu befreien. Für sein Engagement und seinen wichtigen Beitrag zur globalen Initiative Vision 2020 wurde er mit dem internationalen Vision Excellence Award ausgezeichnet.

Wolfgang Gindorfer hat eine Mission: Augengesundheit für die unterprivilegiertesten Bevölkerungsgruppen in Afrika südlich der Sahara. Seit mittlerweile 35 Jahren setzt er sich dafür ein, die Welt von vermeidbarer Blindheit und Sehbehinderung zu befreien. Er hat für die Menschen, denen er damit ein selbstbestimmtes Leben ermöglicht, viel erreicht. Für sein Engagement und seinen wichtigen Beitrag zur globalen Initiative Vision 2020 und dem dazugehörigen Aktionsplan, getragen von der Weltgesundheitsorganisation (WHO), wurde ihm die internationale Auszeichnung Vision Excellence Award verliehen. 

„Wir sind unendlich stolz und freuen uns mit unserem Kollegen Wolfgang“, betont Astrid Pietig, Geschäftsführerin von Light for the World Deutschland. „Seine Weisheit, sein Engagement und seine Kollegialität wünschen wir uns noch viele weitere Jahre.“

Wie es begann

Seine Mission begann mit der Gründung des heutigen Benedictine Eye Hospital in Tororo in Uganda im Jahr 1986, damals bekannt als Tororo Optic Centre. Im Laufe der Jahre wurde klar, dass trotz wachsender Zahlen die unkorrigierten Augenfehler in der globalen Initiative Vision 2020 weitgehend vernachlässigt wurden. Außerdem gab es in Afrika südlich der Sahara kein funktionierendes, groß angelegtes Programm, das Qualitätsbrillen zur Verfügung stellte. Zu viele Programme gingen Kompromisse bei der Qualität ein, setzten auf schnelle Erfolge oder hatten optische Werkstätten, die einfach zu klein waren, um in großem Umfang zu produzieren. Mit diesem Gedanken im Hinterkopf machte er sich Wolfgang Gindorfer 2008 auf die Reise.

Gemeinsam mit Light for the World und in Kooperation mit dem International Council of Ophthalmology baute er die Nationale Intervention für unkorrigierte Fehlsichtigkeiten in Uganda (NIURE) auf. Die NIURE-Pilotinitiative wurde von Anfang an und zehn Jahre lang in enger Zusammenarbeit mit der Regierung umgesetzt und letztlich in das Gesundheitsministerium integriert. Die Komponenten umfassten Ausbildung und Schulung, sowie Personalentwicklung, Ausrüstung, Bereitstellung von Verbrauchsmaterialien und die gesamte Logistik drum herum.

Während der Fokus auf staatlicher Eigenverantwortung und Integration lag, wurde dem Potenzial der Privatwirtschaft für optische Dienstleistungen besondere Aufmerksamkeit geschenkt. Durch die Kombination der Stärken von staatlichen Diensten und privaten Unternehmen wurde eine öffentlich-private Partnerschaft gebildet, von der beide Seiten profitieren. Die Reise ist noch nicht zu Ende, aber das Programm ist letztes Jahr erfolgreich an die ugandische Regierung und ihr Gesundheitsministerium übergeben worden.

Das Programm hat bereits beeindruckende Ergebnisse erzielt

  • Mehr als 1.140 Lehrer wurden in Erkennen von Augenleiden und einfacher Sehprüfung sensibilisiert und haben 280.000 Kinder voruntersucht.
  • 74 in Augenglasbestimmung speziell geschulte Augenkrankenpfleger in Uganda haben 232.000 Refraktionen durchgeführt.
  • Fünf graduierte Optometristen haben bereits ihren Abschluss und die Kurse sind nun an der Makerere Universität als Ausbildungszweig etabliert
  • Eine zentrale optische Werkstatt und ein Logistikzentrum mit Sitz im Entebbe General Referral Hospital stellte über 20.000 Brillen her.
  • Ein Kuriersystem garantiert, dass Brillen innerhalb von maximal drei Arbeitstagen an alle refraktiven Dienste im ganzen Land und an das Fachpersonal geliefert werden.

Über Wolfgang Gindorfer

Geboren 1962 in Augsburg und aufgewachsen in einem Dorf nahe der Stadt Friedberg ging Wolfgang Gindorfer nach seiner Ausbildung zum Augenoptiker mit Mitte 20 nach Uganda, wo er bis vor kurzem lebte und arbeitete. Er hat sich über die Jahrzehnte in verschiedenen augenmedizinischen und optisch-technischen Belangen an Fachakademien und Universitäten sowohl in Deutschland, England als auch in Uganda konstant weitergebildet, um neuerlichen Herausforderungen qualifiziert Rechnung zu tragen.   

In Friedberg hat er auch seine holländische Frau geheiratet, die ebenso in der Entwicklungshilfe tätig ist. Wolfgang besucht seine Eltern, Verwandten und Freunde sehr gerne einmal im Jahr in seiner bayerischen Heimat. Nur in diesem Jahr hat ihn die Pandemie daran gehindert.