Sehen zu können ist das größte Glück!

13 Jahre lang war Degie Addis schon auf einem Auge blind...
Degie Addis kann wieder sehen

Seit 13 Jahren war Degie Addis bereits auf einem Auge blind. In ihrem Dorf gibt es keinen Augenarzt, auch nicht in der nächsten Stadt. Niemand kann der äthiopischen Bäuerin sagen, was mit ihren Augen passiert. Dann schwindet ihre Sicht auch auf dem zweiten Auge…

„Vor fünf Jahren ist mein Mann gestorben und ich bin seitdem auf mich selbst gestellt”, erzählt die heute 50-Jährige. Ihre Kinder sind erwachsen und wohnen nicht mehr zu Hause - aber Degie bräuchte im Alltag immer öfter fremde Hilfe. Ihren Lebensunterhalt verdient sie mit dem Flechten bunter Strohkörbe, in denen in Äthiopien das traditionelle Fladenbrot serviert wird. Dieses Kunsthandwerk muss sie nun aufgeben, die Witwe lebt nur noch von ihrer kleinen Landwirtschaft. Doch auch die Hausarbeit wird immer anstrengender. „Ich habe ein paar Hühner im Hof, aber wenn ich nicht aufpasse, frisst die Katze die kleinen Kücken.”

Degies Schwägerin Tarik kommt eines Tages mit guten Neuigkeiten: Ein Hilfseinsatz von Light for the World kommt in die kleine Stadt! Vielleicht gibt es Hilfe für Degie Addis. Und tatsächlich: Der Augenarzt sieht auf den ersten Blick, dass Degie Grauen Star hat. Schon wird sie für die Operation vorbereitet. Was für das geübte Team Alltagsarbeit ist, bedeutet für Degie den Beginn eines neuen Lebens.

Nach der Operation kann sie es kaum erwarten, bis ihr die Augenbinde abgenommen wird. „Sehen zu können ist das größte Glück”, jubelt sie, als sie die Gesichter der Menschen um sich herum endlich wieder im Licht der Sonne sieht. Degie eilt gleich nach Hause, um zur Feier des Tages Shiro, einen Kichererbseneintopf, zu kochen. Nun kann sie sich bei den Nachbarinnen und ihrer Schwägerin erkenntlich zeigen, die ihr durch die schwere Zeit geholfen haben. Nach Jahren der Unsicherheit und Dunkelheit kann Degie wieder sehen!