Trotz Krise: Wir konnten 2020 die Welt bewegen

Wir haben uns von den erschwerten Umständen im Jahr 2020 nicht aufhalten lassen und unsere Vision Menschen mit Behinderungen voll in die Gesellschaft einzugliedern, weiter verfolgt.
Ein kleines Kind sitzt draußen und blickt mit offenem Mund direkt in die Kamera, während seine Mutter es hält. Das rechte Auge ist verbunden, da es wahrscheinlich gerade operiert wurde. Es trägt einen rosa-lila gemusterten Pullover.

Der Eintritt ins neue Jahrzehnt wurde von der unerwarteten COVID-19 Pandemie begleitet. Die neue Normalität ist von physischer Distanz geprägt, trotzdem haben wir es in vielen Bereichen geschafft näher zusammenzurücken und uns gegenseitig über schwierige Zeiten hinwegzuhelfen. Die Pandemie und Maßnahmen dagegen haben gezeigt, dass wir einander noch mehr als sonst brauchen, um große Herausforderungen zu meistern. 

Und obwohl uns diese „neue“ Normalität weiterhin viele Herausforderungen stellt, haben wir dank der Hilfe unserer SpenderInnen auch dieses Jahr einiges in der Welt bewegen können. Hier unsere Highlights aus dem vergangenen Jahr.

1. Wir konnten mehr als 111.000 Menschen in der COVID-19-Krise unterstützen 

Die Eindämmung von COVID-19 hat auch bei den Aktivitäten von Light for the World oberste Priorität. Schon im März 2020 haben wir das Programm „Gemeinsam stärker“ ins Leben gerufen, das Aktivitäten wie Informationskampagnen, Güterverteilung und die Stärkung von Frauen mit Behinderungen in der Krise beinhaltet. Familienmitglieder eingeschlossen konnten wir mehr als 111.000 Menschen erreichen. 
 
Menschen mit Behinderungen sind in Notsituationen wie einer Pandemie einem erhöhten Risiko ausgesetzt. Oft sind Informationen nicht barrierefrei aufbereitet und erreichen sie deshalb viel zu spät. Dadurch ist mehr als nur ihre Gesundheit gefährdet. Mit unseren Vorort-Partnern  haben wir Informationen zugänglich gemacht, zum Beispiel durch Untertitelung und Übersetzung in Gebärdensprache und Druck in Brailleschrift. 

Der Lockdown hat die Situation für viele Menschen mit Behinderungen verschärft. Jene, die auf Unterstützung angewiesen waren, mussten plötzlich alleine zurechtkommen.  Wir versorgen sie kontinuierlich mit Nahrung und Hygieneartikeln.
 Menschen mit Behinderungen, deren Unterstützungsnetz durch die COVID-Restriktionen weggebrochen ist, werden während der COVID-19 Pandemie mit Nahrungsmitteln, Decken und Hygieneartikeln versorgt. (c) Licht für die Welt
Menschen mit Behinderungen, werden während der COVID-19-Pandemie mit Nahrungsmitteln, Decken und Hygieneartikeln versorgt.

Um unsere Hilfe nachhaltig zu gestalten, haben wir Frauen mit Behinderungen dabei unterstützt, ihre Selbstständigkeit voranzutreiben und neue Fähigkeiten wie nähen oder Seifenherstellung zu erlernen, damit sie in unsicheren Zeiten selbst Geld verdienen können. Wie sich die COVID-19-Pandemie im kommenden Jahr entwickeln wird, bleibt unklar. Doch wir können dazu beitragen, dass Menschen mit Behinderungen nicht zurückgelassen werden!

Erfahren Sie mehr in unserem Bericht „Gemeinsam stärker“

2. Jedes Kind hat das Recht auf Bildung – dafür haben wir uns auch 2020 starkgemacht.

Unser Programm One Class for All verfolgt seit 2016 das Ziel, Kindern mit Behinderungen ihr Recht auf inklusive Schulbildung zu ermöglichen. Im vergangenen Jahr konnten wir 8.824 Kindern in Äthiopien und Burkina Faso einen Schulbesuch ermöglichen. Doch um inklusiv unterrichten zu können, müssen auch LehrerInnen gut ausgebildet sein. 3.222 LehrerInnen haben dieses Jahr notwendige Fähigkeiten erlernt, um alle Kinder in ihren Unterricht einzubinden.

Vincent ist gehörlos und eines der Kinder, die dank One Class for All die Schule besuchen können. „Ich freue mich, dass auch meine Lehrerin gelernt hat, in Gebärdensprache zu unterrichten. Somit kann ich mit meinen Freunden gemeinsam in einer Klasse sein“, erzählt uns Vincent. 

Vinncent ist gehörlos, doch kann er dank der neuen Fähigkeiten seiner Lehrerin eine inklusive Schule besuchen, in der alle Kinder gemeinsam unterrichtet werden. 

„Um das Recht der Kinder mit Behinderungen auf Bildung zu achten und ihnen soziale Partizipation zu ermöglichen, müssen wir die politischen und finanziellen Rahmenbedingungen schaffen“, weiß unsere Expertin für inklusive Bildung Nafisa Baboo. „Zudem müssen wir bestehende Abläufe in Bildungseinrichtungen verändern – damit alle Kinder unterstützt werden können.“

Dank unserer SpenderInnen können wir dieses Ziel drei weitere Jahre vorantreiben, um noch mehr Kinder mit Behinderungen ihr Recht auf Bildung zu ermöglichen! 

 

3. Wir haben die humanitären Maßnahmen in schwer zugänglichen Ländern verbessert

Katastrophen und Krisen treffen marginalisierte Menschen am härtesten. Im Südsudan setzt Light for the World auf die Kraft des Sports, um Menschen mit Behinderungen zu unterstützen, die Gemeinschaft zu fördern und ein friedliches Zusammenleben zu ermöglichen in einem von Kriegen, Krisen und Flüchtlingsströmen gebeutelten Land. Im vergangenen Jahr hat der Trainer der FC St. Pauli Blindenfußballmannschaft ein Coaching für den angehenden Trainer des dortigen Teams durchgeführt - alles per Video-Call aufgrund der COVID-19-Beschränkungen.

  
FC St. Pauli Blindenfußballtrainer Wolf Schmidt beim Video-Coaching mit Simon Madol Ako.

Simon Madol Ako ist 24 Jahre alt und ein Flüchtling in seinem eigenen Land. Seit mittlerweile fünf Jahren lebt er im Flüchtlingscamp Mahad in der Hauptstadt Juba. In dem Lager alleine leben 7.500 Menschen aus fünf verschiedenen ethnischen Gruppen, was immer wieder zu Gewalt und Rivalitäten geführt hat. 

Als begeisterter Fußballspieler hat Simon sich von Anfang an in unserem Projekt ‚Sport für Frieden‘ engagiert. Mittlerweile kümmert er sich als Inclusion Facilitator im Camp um Kinder und Jugendliche mit Behinderungen und trainiert die Blindenfußballmannschaft. Gecoacht wurde er von Wolf Schmidt, Trainer der Blindenfußballmannschaft des Hamburger FC St. Pauli. Wolf bringt neben seinem professionellen Engagement vor allem die Begeisterung für die Sportart mit: „Blindenfußball ist wirklich in jedem Sinne grenzerweiternd und trägt zum Verständnisaufbau bei. Und das ist ein wunderbarer Aktionsraum.“

„Obwohl das Coaching von Wolf wegen der Pandemie nicht praktisch auf dem Spielfeld stattfinden konnte, kann ich viel davon umsetzen“, berichtet Simon. „Am Anfang war nichts einfach, aber mit kontinuierlichem Training wurde es nach und nach einfacher. Und die Spieler lieben den Sport und das Körperbewusstsein, das er bringt, und sind immer bereit zu lernen.“ Acht blinde und zwei sehbehinderte Spieler plus die beiden sehenden Torhüter sowie die Guides trainiert Simon. Noch wird innerhalb des Teams in zwei Gruppen gegeneinander gespielt, doch nicht mehr lange: „Viele Länder wie Ägypten und Nigeria haben schon über unsere Facebook-Seite nach Freundschaftsspielen angefragt“, erzählt Simon.

Wir danken unserer SpenderInnen und PartnerInnen, mit deren Hilfe wir auch dieses Jahr in ein Jahr der gegenseitigen Unterstützung und Solidarität verwandeln konnten.