Welttag des Augenlichts 2020: Hilfe mit Blick auf die Zukunft

Light for the World arbeitet seit über 30 Jahren daran, Menschen in den ärmsten Ländern der Welt Zugang zu Augengesundheit zu ermöglichen. Wo steht die Organisation am Welttag des Augenlichts 2020 und was muss noch getan werden, um Blindheit zu vermeiden?
Franciscu Chiversera aus Mosambik hält nach seiner Operation am Grauen Star seine lachende Enkeltochter in den Armen. (c) Light for the World


Wenn 75% aller Blindheitsfälle weltweit behandelbar sind, haben wir noch viel zu tun. Konkret sprechen wir von 2,2 Milliarden Menschen, die ihre Sehkraft teilweise oder ganz verloren haben. Dem Großteil dieser Menschen kann geholfen werden. Eine Herausforderung, an der Light for the World seit über 30 Jahren arbeitet. 
Allein im vergangenen Jahr konnten wir 16.000 ÄrztInnen, Krankenschwestern, LehrerInnen und SozialarbeiterInnen ausbilden, damit sie Augenprobleme erkennen und behandeln können. Gemeinsam mit unseren Partnerorganisationen haben wir mehr als 68.000 Augenoperationen und Augenuntersuchungen an über 160.000 Kindern durchgeführt.

Lebensverändernde Behandlungen

Grauer Star ist einer der Hauptgründe für Sehbeeinträchtigungen und Blindheit. Weltweit leiden mehr als 65 Millionen Menschen an dieser Augenkrankheit, bei der sich die Sicht langsam trübt. Doch sie verlieren nicht nur ihre Fähigkeit zu sehen, sondern dadurch auch ihre Arbeit und Unabhängigkeit. Oft reicht eine 15-minütige Operation aus, um Augenlicht zurückzugeben.

Antonio Ernesto sieht zum ersten Mal sein drei Monate altes Kind. © Licht für die WeltAntonio Ernesto sieht zum ersten Mal sein drei Monate altes Kind. © Light for the World

Im letzten Jahr haben wir gemeinsam mit unseren Partnern mehr als 41.000 Operationen am Grauen Star durchgeführt. Auch Antonio Ernesto aus Mosambik konnte durch eine Augenoperation geholfen werden. Mit 40 Jahren verlor er sein Augenlicht und damit seine Unabhängigkeit. Als sein Kind auf die Welt kam, war er schon erblindet. Nach der Operation dauerte es keine 24 Stunden, bis er sein drei Monate altes Baby das erste Mal sehen konnte. Antonio war überglücklich. "Ich habe jetzt ein neues Leben, ich fühle mich wie neu geboren!“

Fünf Arten, wie Light for the World langfristig hilft

Unsere Unterstützung planen wir mit Blick auf die Zukunft. Ressourcen und Fähigkeiten rund um Augengesundheit in den jeweiligen Ländern aufzubauen, ist die Basis, um langfristige Hilfe zu ermöglichen. 

  • In Burkina Faso haben wir beim Aufbau einer vierjährigen Weiterbildung für Augengesundheit mitgewirkt. Es ist das erste Mal, dass so eine Ausbildung an der Universität  in der Hauptstadt Ouagadougou angeboten wird. In einem Land mit nur 37 Augenärzten für 20 Millionen Menschen ist dieser Schritt von großer Bedeutung.
  • Auch in Mosambik haben wir dabei geholfen, eine der führenden Augenkliniken in Beira nach dem verheerenden Wirbelsturm im März 2019 wiederzueröffnen. Die Klinik steht für mehr als 2 Millionen Menschen zur Verfügung und ist zudem ein Schulungszentrum für lokale Augenärzte. 
  • In ähnlicher Weise haben wir in Äthiopien eine neue Generation von Augenärzten und Krankenschwestern ausgebildet, um dort dringend benötigte Kapazitäten aufzubauen.
  • Optiker stehen im Fokus in Uganda. Wir helfen ihnen, Menschen in abgelegenen Orten zu erreichen, um sie mit Brillen zu versorgen. Denn es braucht nur eine Brille damit 124 Millionen Menschen wieder gut sehen können. 
  • Der letzte und wichtigste Punkt unserer Strategie sind Kinder. Sie erreichen wir mit unserem 10-jährigen Augengesundheitsprogramm in Burkina Faso, Äthiopien, Mosambik und Uganda. 

Um Blindheit und Sehverlust zu vermeiden, müssen wir auf unterschiedlichen Ebenen ansetzten und beharrlich bleiben. Doch der Kampf für Augenlicht lohnt sich - für die Menschen, die operiert werden und ihre Familien.