Inklusive Bildung im Südsudan: Bildung in Notsituationen für Kinder mit Behinderungen
In vielen Regionen Afrikas nehmen bewaffnete Konflikte, politische Instabilität und gewaltsame Auseinandersetzungen seit Jahren zu. Kriege und anhaltende Krisen zerstören soziale Strukturen, verschärfen Armut und zwingen Millionen Menschen zur Flucht – innerhalb ihrer Länder ebenso wie über Grenzen hinweg. Kinder sind von diesen Entwicklungen besonders betroffen. Ihre Bildungswege werden unterbrochen oder enden ganz, obwohl Bildung gerade in Krisensituationen ein zentraler Schutzfaktor und eine wichtige Grundlage für zukünftige Stabilität ist.

Der Südsudan steht exemplarisch für diese Realität. Jahrzehntelange Konflikte haben das Land in eine der schwersten humanitären Krisen weltweit gestürzt. Das Bildungssystem war bereits vor Ausbruch der Gewalt fragil und ist durch Krieg, Vertreibung und chronische Unterfinanzierung weiter geschwächt worden.
Flucht, Vertreibung und der Abbruch von Bildungsbiografien
Flucht reißt Kinder aus allen vertrauten Strukturen. Schulen werden zerstört oder sind nicht mehr erreichbar, Lehrkräfte fliehen, Unterrichtsmaterialien gehen verloren. In Aufnahmeregionen und Flüchtlingslagern fehlen häufig funktionierende Bildungseinrichtungen oder sie sind überfüllt und schlecht ausgestattet. Unsichere Schulwege, fehlende Infrastruktur, Schulgebühren und der Mangel an qualifizierten Lehrkräften erschweren den Schulbesuch zusätzlich. Der abrupte Bildungsabbruch lässt viele Kinder ohne realistische Perspektive auf eine Rückkehr in ein stabiles Lernumfeld zurück.

In einem Alltag, der von Unsicherheit und existenziellen Sorgen geprägt ist, erscheint Bildung vielen Familien als langfristiges Ziel, das gegenüber akuten Bedürfnissen zurückgestellt werden muss. Eltern konzentrieren sich auf das unmittelbare Üerleben: Nahrung, Wasser, medizinische Versorgung, das Erwirtschaften eines eigenen Einkommens und Sicherheit haben oberste Priorität. Der Zugang zu Bildung wird dadurch unsicher, unregelmäßig oder vollständig unterbrochen.
Bildungsabbrüche sind weniger eine bewusste Entscheidung gegen Bildung als vielmehr eine Folge struktureller Zwänge.
Im Südsudan führt diese Dynamik dazu, dass ganze Generationen Gefahr laufen, ohne grundlegende Bildung aufzuwachsen – mit gravierenden Folgen für ihre individuellen Lebensperspektiven und für den gesellschaftlichen Wiederaufbau des Landes. Besonders betroffen sind Mädchen und Kinder mit Behinderungen.
Kinder mit Behinderungen: Besonders gefährdet von Ausgrenzung
Kinder mit Behinderungen gehören – im Südsudan wie anderswo – zu den am stärksten marginalisierten Gruppen. Flucht und Vertreibung verschärfen bestehende Ungleichheiten: Schulen sind selten barrierefrei, spezialisierte Unterstützung fehlt, und Stigmatisierung führt dazu, dass diese Kinder oft ganz vom Unterricht ausgeschlossen werden. In humanitären Kontexten werden ihre spezifischen Bedürfnisse häufig nicht ausreichend berücksichtigt.

Der 15-Jährige Mauen Makoi Gum ist schwerhörig und besucht seit einem Jahr die Schule. Dank Light for the World erhielt er eine Grundausbildung in Gebärdensprache, die den Schulbesuch erst möglich macht. Da er deutlich älter ist als seine Mitschüler*innen, wurde er anfangs oft gehänselt.
Bildung in der humanitären Hilfe verankern – an der Seite der UN
Im Rahmen eines mehrjährigen Resilienzprogramms, das von Education Cannot Wait unterstützt wird, sorgt Light for the World unter anderem im Südsudan dafür, dass die nächste Generation von Pädagogen lernt, wie man barrierefreien Unterricht für alle gestaltet.
Die Lehrerin Rebecca Yier Rech aus dem Südsudan wird in Gebärdensprache ausgebildet. Aufgrund der mangelhaften medizinischen Versorgung gibt es in Ländern mit geringem Einkommen mehr gehörlose Kinder als in Deutschland.

Education Cannot Wait (ECW) ist ein internationaler Fonds der Vereinten Nationen, der Bildung in Krisen- und Konfliktsituationen unterstützt. Ziel ist es, Kindern und Jugendlichen in Notlagen – etwa durch Krieg, Flucht oder Naturkatastrophen – schnell Zugang zu sicherer und qualitativ hochwertiger Bildung zu ermöglichen. ECW wurde 2016 gegründet und arbeitet mit Regierungen, UN-Organisationen und NGOs zusammen.
Ein besonderer Fokus liegt dabei auf Mädchen sowie auf Kindern mit Behinderungen. Dabei wird ein inklusiver Ansatz verfolgt, der darauf abzielt, auch Kinder mit Behinderungen systematisch in Bildungsprogramme einzubeziehen. Barriereärmere Lernumgebungen, angepasste Unterrichtsmaterialien und die Sensibilisierung von Lehrkräften für inklusive Pädagogik: So wird Bildung nicht nur zugänglich gemacht, sondern als Recht für alle Kinder gestärkt.

Light for the World hat in Zusammenarbeit mit dem südsudanesischen Ministerium für allgemeine Bildung und Unterricht eine Initiative zur Fortbildung für Lehrer gestartet: Im Rahmen des Programms lernen sie Gebärdensprache und Brailleschrift, um blinde und sehbehinderte sowie höreingeschränkte und gehörlose Kinder im Unterricht zu unterstützen. Außerdem werden sie für den Umgang mit Mädchen und Jungen mit Behinderungen sensibilisiert. Das trägt dazu bei, noch immer herrschende Vorurteile und Barrieren abzubauen und inklusive Bildung im ganzen Land zu fördern.
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