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Laufen, Spenden sammeln und durch Sport Beziehungen knüpfen

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Laura Berlin, Vorstandsmitglied bei Light for the World Deutschland, schnürt die Laufschuhe und startet beim diesjährigen Paris-Marathon am 3. April. Auf den 42,195 Kilometern quer durch die französische Hauptstadt möchte sie möglichst viele Spenden für die von Light for the World gegründete Initiative „Sports for Peace“ einsammeln.

Sport verbindet – auch ehemalige Feinde

Ein Team kickt für den Frieden

Seit vielen Jahren zählt Light for the World auf die Kraft des Sports, wenn es darum geht, ein friedliches Zusammenleben zu ermöglichen und Menschen mit Behinderungen zu unterstützen. Auch die Initiative „Sports for Peace“ setzt hier an – mit Erfolg. In den beiden Camps für Binnenvertriebene Mahad und Mangaten in Südsudan sorgten ethnische Differenzen für eine Atmosphäre, die von Misstrauen und Feindseligkeit geprägt war. Immer wieder brachen die Konflikte zwischen den verschiedenen ethnischen Gruppen, wie sie auch in anderen Landesteilen herrschen, in den IDP-Camps (IDPs, internally displaced people, Binnenvertriebene) offen aus. Um die jungen Männer in den Camps nahe der südsudanesischen Hauptstadt Juba zusammenzubringen und einen Dialog zwischen den verfeindeten Gruppen zu initiieren, half Light for the World dabei, ein Fußballteam zu gründen.

Der Start unter diesen Bedingungen war kompliziert, aber nach etwa einem Jahr intensiven Trainings und zahlreicher emotionaler Diskussionen hatten sich die Spieler schließlich angefreundet. Das Engagement der jungen Männer reicht nun weit über den Fußballplatz hinaus. Die Erfahrung, dass aus Feinden Freunde werden können und Aussöhnung möglich ist, wird von ihnen im Camp aktiv weitergegeben. Außerdem unterstützen sie ältere Geflüchtete und Menschen mit Behinderungen im Alltag, so zum Beispiel bei der Vergabe von Nahrungsmittelpaketen.

Simon reißt Barrieren ein

Der 25-jährige Simon spielt nicht nur selbst Fußball, er coacht auch das Blindenfußball-Team. „Simon hat unglaublich viel für uns getan – und bringt uns nach wie vor viel neues bei. Wir trainieren oft und wir sind sicherlich nicht einfach zu unterrichten. Wir wollen international spielen, unser großes Ziel sind die Paralympics. Fußball verbindet die Menschen. Ich liebe meine Mitspieler, die aus ganz Südsudan kommen! Wir sind nicht nur Freunde, nicht nur Fußballspieler, wir sind eine Familie, wir sind Brüder.“, berichtet der 24-jährige Jimmy aus der Blindenfußball-Mannschaft.

Und auch außerhalb des Platzes setzt sich Simon dafür ein, dass Barrieren verschwinden. Als Inklusionsberater (disability inclusion faciliator, DIF) hilft er dabei, dass Inklusion in Ausbildung und Beruf Realität werden. Inklusionsberater*innen werden von Light for the World in Workshops und on-the-Job-Trainings aus- und fortgebildet. Sie beraten Bildungseinrichtungen, Unternehmen, Arbeitgeber, lokale und internationale NGOs. Die meisten Inklusionsberater haben selbst eine Behinderung. So können sie das Wissen und die Erfahrung aus den eigenen Erlebnissen in Verbindung mit einer Ausbildung zur Berater*in nutzen, um Hürden zu beseitigen und Inklusion aktiv zu gestalten.

Auf dem Weg zum Ziel zählt jeder Schritt

Vorstandsmitglied Laura Berlin mit einem kleinen Jungen
Light for the World Vorstand Laura Berlin auf einer Projektreise 2018 in Äthiopien

„Die Vorstellung, dass ich mit meinem Start in Paris ein Team unterstützen kann, das sich für Verständigung und ein friedliches Miteinander einsetzt, spornt mich beim Training an.“, erklärt Laura Berlin. Bereits seit 2018 unterstützt sie die Aktivitäten von Light for the World ehrenamtlich als Mitglied des Vorstands. „Ich begeistere mich seit vielen Jahren für Afrika und setze mich intensiv mit den Entwicklungen auf dem Kontinent auseinander. Insbesondere der systemische und nachhaltige Ansatz, den die Organisation verfolgt, überzeugt mich seit meiner ersten Projektreise 2018 in Äthiopien.“.

Spendensammeln auf 42,195 Kilometern

Für den Start beim Paris-Marathon – immerhin der drittgrößten Veranstaltung dieser Art in Europa – drückt das Team von Light for the World Laura Berlin und der Mannschaft von „Sports for Peace“ fest die Daumen.

Übrigens: in den IDP-Camps Mahad und Mangaten gibt es neben dem von Simon gecoachten Blindenfußball weitere Sportangebote für Menschen mit Behinderungen. Ein inklusives Mädchen-Fußball-Team beweist, dass diese Sportart nicht nur Männersache ist, außerdem trainieren die Rollstuhl-Basketball-Spieler und ein inklusives Volleyball-Team regelmäßig.

Für einige der jungen Männer wurde „Sports for Peace“ zu einer ganz persönlichen Erfolgsgeschichte. Sie wurden für die Bindenfußball-Nationalmannschaft des noch jungen Landes nominiert.