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Weltgesundheitstag: Barrierefreie Informationen sind entscheidend

02.04.2021
Ambrose Murangira informing deaf people in a video about the corona virus. (c) Light for the World
Ambrose Murangira informiert Gehörlose in einem Video über das Corona Virus. © Light for the World
  • Behindertenrechte
  • Humanitäre Hilfe

Barrierefreie Informationen ermöglichen Menschen mit Behinderungen Unabhängigkeit und können in schwierigen Situationen sogar lebensrettend sein.

Ein junger Mann in Uganda wird von der Polizei gewarnt, als er die Straße überquert. Er reagiert nicht und geht weiter. Plötzlich treffen ihn Schüsse am Bein. Oloya Willies weiß nicht, was passiert. Er weiß nicht, dass sich das Land gerade in einem Lockdwon befindet und jeder zuhause bleiben muss. Als der Präsident von Uganda vor etwa einem Jahr einen Lockdown ausgerufen hat, wurde diese Nachricht nicht barrierefrei verbreitet. Viele Personen wie Oloya Willies hat sie nicht erreicht.

Light for the World Mitarbeiter Ambros Murangira war sich dieser Situation bewusst. Um solches Leid zu verhindern, hat er ein Video aufgenommen, indem er die Vorgaben der Regierung in Gebärdensprache übersetzt. Zum Weltgesundheitstag 2021 wollen wir aufmerksam machen: Nur Informationen, die barrierefrei sind, wirken.

Barrierefreie Informationen

Light for the World setzt sich politisch und in den eigenen Projekten für barrierefreie Informationen ein. Informationen über das Virus, Maßnahmen zur Bekämpfung der Pandemie und über das aktuelle Thema Impfung sollen so gestaltet sein, dass sie alle Menschen erreichen; sei es in Braille, mittels grafischer Darstellungen, in Gebärdensprache oder einfacher Sprache. In Äthiopien hat Light for the World bereits Erfolge gefeiert. Denn dort werden alle offiziellen Verlautbarungen der Regierung COVID-19 betreffend auch in Gebärdensprache kommuniziert. 

Maßnahmen zur Bekämpfung der Pandemie müssen so gestaltet werden, dass sie alle Menschen erreichen

Zur Aufklärung von Impfmythen beitragen

„Ich habe vor der Impfung Angst. Ich weiß, dass die sie die einzige Möglichkeit ist, wieder sicher zu sein, aber es schwirren so viele Gerüchte herum, dass ich besorgt bin“ ,sagt der 22-jährige Student Lacinho aus Mosambik. Wie ihm geht es vielen Menschen mit Behinderungen. Sie erhalten kaum Informationen und sind auf die Meinung und Einschätzung anderer angewiesen. Um dem entgegenzuwirken, bedarf es barrierefreier Informationen. 

Eine faire und gesunde Welt schaffen

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat den 7. April zum Tag der Gesundheit ernannt. Heuer steht dieser unter dem Motto „eine faire und gesunde Welt schaffen“.

Um dieses Ziel zu erreichen, ist noch viel zu tun: Die Hälfte aller Menschen mit Behinderungen kann sich Gesundheitsversorgung nicht leisten. Zum Vergleich: Rund ein Drittel aller Menschen ohne Behinderung haben keine Gesundheitsversorgung.

Unser Umgang mit der COVID-19-Impfung zeigt, dass Menschen mit Behinderungen weltweit klar benachteiligt sind. „Ich denke das Risiko sich mit COVID-19 zu infizieren ist für Menschen mit Behinderungen größer, deshalb sollten wir beim Impfen priorisiert werden. Beispielsweise brauchen Menschen mit Sehbeeinträchtigung Hilfe im Alltag, dadurch sind wir automatisch einem höheren Risiko ausgesetht“, appelliert Musa (31) an die Regierung in Uganda. 

Deshalb sollen sie nicht nur in den nationalen Impfplänen priorisiert werden, sondern auch unter der ersten Gruppe für die Impfung sein. Denn sie sind nicht nur besonders durch COVID-19 gefährdet, sondern können sich oft nicht vor einer Infektion schützen.

Der Generaldirektor der Weltgesundheitsorganisation, Dr. Tedros Adhanom Ghebreyesus, bezeichnet die ungleiche Verteilung des Impfstoffes als einen Skandal und als moralisches Versagen. Er kritisiert, dass in vielen reichen Ländern jüngere, gesunde Menschen bereits geimpft wären, während in anderen Ländern Gesundheitspersonal und Risikogruppen, darunter auch Menschen mit Behinderungen, noch lange auf die Impfung warten müssten.