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Neun Highlights aus 2022

Project Rebooting Literacy: This morning, the symbolic delivery of learning and teaching materials for visually impaired people by Country Director Etienne to the National Union of Burkinabè Associations for the Promotion of the Blind and Visually Impaired took place. This equipment is composed of Evo 10 laptops, 10 tablets, 20 orbit reader, 150 EVO-10, 150 solar chargers, setting up a server... Thanks to this material, blind students will be able to record and transcribe their lessons, read novels and others literary books, do exercises, type a world text, navigate, download documents, etc. This appears as first time in West Africa that this process of making educational resources accessible for blind and visually impaired people through these technologies is carried out.
  • Augengesundheit
  • Behindertenrechte
  • Inklusion im Beruf
  • Inklusive Bildung

Das Jahr 2022 ist zu Ende und wir blicken stolz auf die Erfolge der letzten Monate zurück. Gemeinsam mit lokalen Expert*innen, Vereinigungen und Organisationen sowie erfahrenen Partner*innen konnten wir für die Inklusion von Menschen mit Behinderungen und auf dem Gebiet der Augengesundheit einiges erreichen.

Unser Ziel ist es, in unseren Mandatsbereichen langfristige, spürbare Veränderungen zu bewirken. Dank der Hilfe unserer Unterstützer*innen konnten wir im zurückliegenden Jahr eindrucksvolle Ergebnisse feiern: von Schulungsmaterialien zur Sexualerziehung im Südsudan über die Ausbildung von Inklusionsberater*innen bis hin zu technischen Hilfsmitteln, die blinden Schüler*innen in Burkina Faso den Zugang zum Schreiben und Lesen ermöglichen. Und auch innerhalb der Organisation gab es Anlass zur Freude.

1. Wir konnten unsere Expertise als Fachorganisation für Inklusion einbringen

Im Zuge der deutschen G7-Präsidentschaft haben zivilgesellschaftliche Organisationen ein Communiqué erarbeitet, das den Teilnehmern des diesjährigen G7-Gipfels übergeben wurde. Light for the World hat an der Arbeitsgruppe „Humanitäre Hilfe und Konflikte“ teilgenommen und dafür gesorgt, dass die Inklusion von Menschen mit Behinderungen ein starker Bestandteil des Communiqués ist. (Link zum Communiqé: https://civil7.org/wp-content/uploads/2022/05/Civil7-Communique-2022-1.pdf)

2. Wir freu(t)en uns über einen engagierten Vorstand

Im März durften wir Dr. Mary Nyamasi Asiyo-Vogel im Vorstand von Light for the World begrüßen. Die in Kenia geborene Augenärztin bringt neben ihrem umfangreichen medizinischen Fachwissen wertvolle Expertise auf den unterschiedlichsten Gebieten und, nicht zuletzt, jede Menge Herzblut für den Einsatz von Light for the World mit.

Dr. Mary Nyamasi Asiyo-Vogel während einer augenärztlichen Untersuchung in ihrer Praxis in Lübeck.
Dr. Mary Nyamasi Asiyo-Vogel während einer augenärztlichen Untersuchung in ihrer Praxis in Lübeck.

Mary N. Asiyo-Vogel ist seit über zwanzig Jahren als niedergelassene Fachärztin für Augenheilkunde in Lübeck tätig. Außerdem hält sie Vorlesungen über tropische Augenheilkunde in Kursen über Tropenmedizin am Bernhard-Nocht-Institut für Tropenmedizin in Hamburg und an der Ludwig-Maximilians-Universität in München.

Nur einen Monat später startete unser Vorstandsmitglied Laura Berlin beim Paris Marathon. Auf 42,195 Kilometern quer durch die französische Hauptstadt sammelte sie Spenden für unser Projekt Sports for Peace in Südsudan. „Die Vorstellung, dass ich mit meinem Start in Paris ein Team unterstützen kann, das sich für Verständigung und ein friedliches Miteinander einsetzt, hat mich beim Training angespornt.“, erklärte Laura Berlin.

Dayan Kodua, Autorin, Schauspielerin, Gründerin, Verlegerin und Vorstandsmitglied bei Light for the World, veröffentlichte im Mai das Buch „Emmanuels Traum“. Die unglaubliche – aber wahre Geschichte – eines kleinen Jungen mit einer Behinderung, der in Ghana aufwuchs und unbeirrt für seinen großen Traum kämpfte.

Jedes Kind sollte die Chance bekommen, seine Ideen und Ziele zu verwirklichen und sich zu entfalten

Dayan Kodua, Vorstandsmitglied bei Light for the World
3. Persönliche Assistent*innen absolvierten innovativen Kurs in Uganda

Die Kyambogo-Universität in Ugandas Hauptstadt Kampala, durfte ihre ersten ausgebildeten persönlichen Assistenten beglückwünschen:

Diese Absolvent*innen werden Teil des Unterstützungszentrums für Menschen mit Behinderungen sein, wo sie Studierenden und Menschen mit Behinderungen an der Universität mit Rat und Tat zur Seite stehen werden.

Dr. Okwaput Stalus, Vertreter des Dekans

Im März hielten die ersten 15 Absolvent*innen des innovativen Kurses für persönliche Assistenzdienste für Menschen mit Behinderungen ihr Zertifikat in Händen. Der Kurs wurde von Musa Mwambu, einem Inklusionsberater von Licht für die Welt in Uganda, entwickelt und in Zusammenarbeit mit der Kyambogo-Universität in der Hauptstadt Kampala durchgeführt.

4. Wir haben Schüler*innen mit Sehbehinderung in Burkina Faso das Schreiben und Lesen ermöglicht

Die Vereinigungen zur Förderung von blinden und sehbehinderten Menschen in Burkina Faso leistet einen großen Beitrag für die Inklusion im Land. Der Zugang zu Lernmaterialien, Texten, Romanen und anderen Dokumenten sind, ist für Menschen mit Sehbehinderungen äußerst beschränkt.

Wir haben dem Verein technische Geräte wie Laptop, Tablets, Solarladegeräte und Audiogeräte gespendet. Mit diesen Hilfsmitteln sind blinde Schüler*innen in der Lage, ihren Unterricht aufzuzeichnen und zu transkribieren, Romane zu lesen, Texte zu tippen, in Dokumenten zu navigieren und sie herunterzuladen.

5. Wir machten Sexualerziehung im Südsudan für alle zugänglich

Das südsudanesische Bildungsministerium hat im März mit Unterstützung von Light for the World und der UNESCO Schulungsmaterial zur Sexualerziehung eingeführt. Die Schulungsmaterialien, die auch geschlechtsspezifische Gewalt thematisieren, sind nun in Braille-Schrift, als Video und in Gebärdensprache verfügbar. Jetzt können auch Menschen mit Seh- oder Hörbehinderungen an dieser Schulung teilnehmen.  

6. Wir haben unser Netzwerk an Inklusionsberater*innen ausgebaut             

Beeindruckende 116 Personen, von denen viele selbst eine Behinderung haben, wurden im Jahr 2022 zu Inklusionsberater*innen ausgebildet. Sie leisten wichtige Arbeit, indem sie Unternehmen und Organisationen ermutigen, ihre Arbeitsmöglichkeiten und ihre Räumlichkeiten für Menschen mit Behinderungen zugänglich zu machen. Da viele von ihnen selbst eine Behinderung haben, sind die Inklusionsberater*innen Vorbilder, die in der Praxis zeigen, dass Menschen mit Behinderungen über Fachwissen und Kenntnisse verfügen.

Die Kurse dauern bis zu neun Monate und bestehen aus einer Ausbildung und einem Praktikum, die durch Mentor*innen begleitet werden.

Während des gesamten Stipendiums hat sich bei mir eingeprägt, dass wir Lösungen finden müssen. Jetzt, wo ich das Zertifikat habe, bin ich mehr als bereit, Organisationen und Unternehmen Lösungen anzubieten, wie sie Menschen mit Behinderungen besser inkludieren können.

Mercy Monicah Ocotoko, Inklusionsberaterin
7. Wir haben 12,4 % zu einem krönenden Abschluss gebracht 
Cony Adoch is a DIF supporting the inclusion agenda for Light for the World projects in Uganda My Body My Future and WeAreAble!

In Uganda leben 12,4% Menschen der Gesamtbevölkerung mit einer Behinderung. Die Initiative „Make 12,4% Work“, auf Deutsch „Bringen wir 12,4% in die Arbeitswelt“ war auf fünf Jahre angelegt. Im Mittelpunkt stehen junge Menschen mit Behinderungen, die wir auf ihrem Weg in die Arbeitswelt begleiten durften.

Nach fünf Jahren können wir die Initiative als vollen Erfolg bezeichnen:

151 Entwicklungsorganisationen, Unternehmen, Schulen und ein Ministerium haben sich dem Programm als Mitglieder angeschlossen.

3.231 Personen in Unternehmen und Entwicklungsorganisationen wurden in Inklusion geschult.

468 Menschen mit Behinderungen konnten wir direkt erreichen, beispielsweise durch die Vermittlung von Soft Skills und Praktika.

7.087 Menschen mit Behinderungen konnten wir mit Projekten zur Sicherung des Lebensunterhalts und Initiativen zur Weiterbildung erreichten.

„Make 12,4% Work“ verbesserte das Verständnis für Menschen mit Behinderungen und den Respekt für das Potenzial, das sie an den Arbeitsplatz mitbringen. Es stärkte auch das Profil und das Selbstvertrauen von Menschen mit Behinderungen. Es wurde nicht nur eine ganze Generation von jungen Menschen mit Behinderungen zu Inklusionsberater*innen ausgebildet, sondern auch Beschäftigungsmöglichkeiten für weitere Menschen mit Behinderungen eröffnet.“

8. Wir förderten die inklusive Gestaltung von Katastrophen- und Notfallmaßnahmen in Mosambik

Im Rahmen eines 5-jährigen Inklusionsprogramms haben wir die inklusive Nothilfe von Betroffenen mitgestaltet. 40 ältere Menschen und Menschen mit Behinderungen haben sich zusammengefunden und tauschten sich über den Nothilfeeinsatz während des Wirbelsturmes Idai in der Region Sofala aus. Gemeinsam erarbeiteten sie Vorschläge, wie alle Menschen während eines Nothilfeeinsatzes erreicht werden können.

Dazu zählen beispielsweise Schulungen für Trainer*innen für Projekte, die Menschen mit Behinderungen unterstützen und ihnen helfen, sich von humanitären Katastrophen zu erholen und ein unabhängiges Leben zu führen.

Die Wirksamkeit unserer Aktivitäten überzeugte die Regierung: sie wurden in das Programm für soziale Aktionsdienste aufgenommen.

9. Wir erhielten Auszeichnungen für unsere Mitarbeiter*innen und Programme

In diesem Jahr wurden viele Projekte und Akteurinnen unserer Organisation für ihre Bemühungen zur Inklusion von Menschen mit Behinderungen ausgezeichnet.

Das kenianische Programm InBusiness, das Menschen mit Behinderungen dabei unterstützt, am Arbeitsmarkt Fuß zu fassen, erhielt den National Diversity and Inlusion Award als bestes Sozialunternehmen in Kenia.

Unser Leiter für Rechte und Advocacy Elie Bagbila, wurde in den Vorstand des Internationalen Konsortiums für Behinderung und Entwicklung (IDDC) gewählt und setzt sich dort für Inklusion in der internationalen Entwicklung und bei humanitären Aktivitäten ein.

Das Projekt EnableMe Kenya, das jungen Menschen mit Behinderungen in Kenia den Zugang zum Arbeitsmarkt vereinfacht, wurde mit dem Zero Project Award 2022 ausgezeichnet.

Eine Anerkennung durch diesen Award erhielt auch unser Leitfaden für inklusive Wahlen in Burkina Faso.

Zwei unserer Inklusionsberaterinnen wurden für ihre Arbeit ausgezeichnet. Jane Waithera (Link zu FB) ist eine Geschäftsfrau, Schriftstellerin und Aktivistin und Kenias bekannteste Fürsprecherin für Menschen mit Albinismus. Sie wurde unter anderem auf der Webpage des internationalen deutschen öffentlich-rechtlichen Rundfunks (DW) vorgestellt.

Asunta Adut, Botschafterin für die Rechte von Menschen mit Behinderungen im Südsudan, erhielt ein Stipendium des norwegischen Menschenrechtsfonds für ihre Arbeit.

Heute bin ich stolz darauf, eine von 32 Inklusionsberater*innen zu sein, die Schulungen durchführen und Vorbilder für Organisationen im ganzen Land sind. Wenn die Menschen sehen, wie zum Beispiel eine blinde Person in unserer Behinderten-Inklusionsgruppe einen Workshop mit Hilfe eines Laptops leitet, hat das eine große Wirkung.

Asunta Adut, Botschafterin für die Rechte von Menschen mit Behinderungen im Südsudan

Erfolge wie diese sind nur möglich, weil Menschen wie Sie uns finanziell unterstützen. Danke, dass Sie uns unterstützen und dazu beitragen, eine inklusive Welt zu schaffen, in der alle eine Stimme haben und ihr Potenzial entfalten können.